Stadt-Spiel-Vision

Vor fast zwei Jahren im Herbst 2008 begann mit dem »Entdeckertag Glaucha« eine Suche nach dem was diesen Stadtteil südlich der Innenstadt – im Norden durch die Magistrale, im Süden durch die Torstraße begrenzt – ausmacht. Es galt und gilt die menschlichen, kulturellen, architektonischen und stadträumlichen Schätze und Chancen zu finden, sie fast archäologisch freizulegen und sie in die Realität der Öffentlichkeit und des Alltags zurückzuholen.

Für uns ist Stadt-Spiel-Vision ein Höhepunkt bei dieser Suche und unserer Arbeit in Glaucha, aber keinesfalls das Ende. Das Programmheftchen, dass Sie jetzt in Ihren Händen halten, ist nicht nur ein Katalog im Sinne einer Ausstellung. Es ist vielmehr eine Sammlung von spielerischen Visionen, die mitten in einer von der Schrumpfung betroffenen Stadt wie Halle an der Saale und ganz präzise im Glaucha-Viertel einen Freiraum für solcherlei Gedankenspiele und Fantasien entwirft und sie in die Albert-Schmidt-Straße projiziert. Dabei sind einige der Projektideen, Installationen und Umgestaltungen unmittelbar mit dieser von Leerstand betroffenen Straße verbunden, andere wiederum lassen sich übertragen in andere Stadtteile Halles oder andere Regionen Deutschlands.

Die Schrumpfung gibt Räume frei in denen engagierte und interessierte Bürger beginnen ihre eigene Umwelt ganz direkt, manchmal sogar mit den eigenen Händen, zu gestalten. Kurzum: sie nach ihren Bedürfnissen zu formen. Leerstehende Gebäude und brachliegende Flächen sollten wir als Chance sehen den urbanen Raum in dem wir Leben mehr zu unserem eigenen zu machen. In der Woche vom 30. 5. bis zum 6. 6. 2010 laden wir Sie alle recht herzlich zu einem umfangreichen Programm ein. In Diskussionen, Installationen, Ausstellungen, Musik-, Spiel- und Sportveranstaltungen haben Sie die Gelegenheit urbanen Raum einmal neu und erfrischend anders kennenzulernen.

Wir möchten uns an dieser Stelle herzlich bedanken bei den Unterstützern, Sponsoren und Freiwilligen, die diese Projektwoche der besonderen Art überhaupt erst möglich gemacht haben.